Ambulante Badekur

Die anhaltende Diskussion um die Reform der Krankenversicherung (Gesundheitsstrukturgesetz) hat manchen Gast verunsichert und die Frage aufgeworfen, ob und wie Kuren von den Krankenkassen noch bezuschusst werden. Deshalb informieren wir Sie über die Möglichkeiten, Kostenersatz oder Zuschüsse für Kuren von Ihrer Krankenkasse zu erhalten. Die freie (offene) Badekur – im Gesetz ambulante Vorsorgekur- gibt es nach wie vor! Dafür werden von Ihrer Krankenkasse folgende Leistungen gewährt:

  • Für Ihren Kur- oder Badearzt erhalten Sie nach wie vor einen Badearztschein. Die gesamten ärztlichen Leistungen während Ihrer Kur werden wie bisher von Ihrer Krankenkasse übernommen.
  • Für die Unterkunft, Verpflegung und Kurtaxe erhalten Sie einen Zuschuss von bis zu 13,- € pro Tag (je nach Krankenkasse).
  • Für die ärztlich verordneten Kurmittel (Bäder, Massagen etc.) übernehmen die Krankenkassen 85 % der Kosten.

Nach wie vor ist es Sache des behandelnden Arztes, die Dringlichkeit einer Badekur zu bescheinigen und einen Kurort auszuwählen, in dem die geeigneten Kurmittel vorhanden sind. Auch der Badearzt kann eine Kur in die Wege leiten.

Zur Information:
 Durch die Empfehlung von Badekuren entlasten die Ärzte ihre eigenen Heilmittelverordnungen und das Heilmittelbudget der Ärzte insgesamt.

Sowohl zur “Krankheitsverhütung” als auch bei bestehender chronischer Erkrankung haben Sie das Recht, eine ambulante Badekur zu beantragen.

Für die Gewährung eines Kurzuschusses durch Ihre Krankenkasse sind mehrere Schritte notwendig.

Wir sind Ihnen  übrigens sehr gerne im Vorfeld behilflich. Scheuen Sie sich bitte nicht, uns zu kontaktieren.

  • Ihr Hausarzt sollte Ihnen die Notwendigkeit einer Kur in einem Kurantrag schriftlich bescheinigen. Das hierfür notwendige Formular “Anregung einer ambulanten Vorsorgeleistung in anerkannten Kurorten gemäß § 23 Abs. 2 SGB V” (ehemals: Offene Badekur) erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse. Oftmals finden Sie inzwischen das Formular auf der Homepage Ihrer Krankenkasse auch zum Download. Dieser Antrag muss mindestens zwei Monate vor der geplanten Reise bei der Krankenkasse eingereicht werden. Ihr Hausarzt hilft Ihnen beim Ausfüllen des Formulars. In diesem wird die gesundheitliche Beeinträchtigung als Ihr Anspruch auf eine Kurleistung aufgenommen und es werden gleichzeitig Maßnahmen zur Krankheitsverhütung empfohlen. Bitte beachten Sie beim Ausfüllen Ihre Begründung, denn diese ärztliche Bescheinigung dient als Orientierung für die am Kurort durchgeführten Heilanwendungen. Die ambulante Badekur kann eine Maßnahme zur Krankheitsverhütung darstellen (z. B. Bewegungsstörungen, Muskelspannungsstörungen, Kopfschmerz usw.) oder aber eine Maßnahme zu einer bestehenden chronischen Erkrankung sein. In diesem Fall sollte  die Schädigung  (z. B. Schultersteife, dauerhafter Wirbelsäulenschmerz) mit den daraus resultierenden Funktionsstörungen (z. B. Treppensteigen, Socken anziehen) im Kurantrag eingetragen werden.
  • Danach beantragen Sie bei Ihrer Krankenkasse Zuschüsse für eine ambulante Vorsorgemaßnahme. Nachdem die Krankenkasse Ihren Antrag genehmigt hat, wenden Sie sich gerne im Vorfeld an uns, damit wir gemeinsam das weitere Vorgehen besprechen können. Wir sind Ihnen  gerne auch bei der Suche nach einem Badearzt vor Ort behilflich, welcher Ihnen die Verordnung erstellen wird.
  • Vor der Anreise suchen Sie am besten aktuelle Befunde, Therapiepläne und Röntgenaufnahmen zusammen. Klären Sie auch eventuelle Unverträglichkeiten von Naturheilmitteln oder Medikamenten vor Kurantritt ab.
  • Im Allgemeinen dauert eine Kur drei Wochen. Je nach medizinischer Notwendigkeit und nach Rücksprache mit der Krankenkasse kann die Kur verkürzt bzw. verlängert werden. Allgemein gilt eine Kur-Dauer von drei Wochen als Richtwert, um die gewünschten gesundheitlichen Besserungen vollständig erzielen zu können.
  • Ambulante Vorsorgeleistungen können nach Ablauf von 3 Jahren erneut beantragt werden. Bescheinigt Ihnen der Arzt vor Ablauf dieser 3-Jahres-Frist eine medizinische Notwendigkeit, können Sie auch schon früher eine erneute Kur beantragen.

Zusammenfassung:
Kuren mit Hilfe der Sozialversicherungsträger sind nach wie vor möglich. Besprechen Sie die Absicht, eine Kur durchzuführen, mit Ihrem Arzt und Ihrer Krankenkasse. Klären Sie rechtzeitig vor Kurantritt Art und Höhe der Kostenübernahme.
Tun Sie gerade jetzt etwas für Ihre Gesundheit. Gesundheit und Leistungsfähigkeit sichern Ihre Zukunft. Bedenken Sie, eine Kur ist die natürliche Art, etwas für seine Gesundheit zu tun.

Physiotherapie auf Rezept

Alternativ zu einer ambulanten Badekur können Sie übrigens bei uns sämtliche von Ihrem Hausarzt  verordnete Therapien entspannt während Ihres Urlaubs genießen.

Behandlungsformen aus der Physiotherapie wie Massagen, Krankengymnastik, Fango usw. können  von Ihrem Hausarzt bzw. einem ansässigen Arzt am Kurort über Chipkarte verordnet werden. Rezepte vom Hausarzt können jederzeit mitgebracht werden. Unsere Einrichtung ist für alle Krankenkassen zugelassen! Bitte nutzen Sie die Möglichkeit, Termine schon im Vorfeld zu buchen.

Wichtig: Rezepte, die Sie von Ihrem Arzt mitbringen, dürfen nicht älter als 10 Tage sein, es sei denn Ihr Arzt legt den späteren Behandlungstermin auf der Verordnung fest. Achten Sie darauf, dass auf dem Rezept die Diagnose und die Leitsymptomatik aufgeführt sind. Übrigens: Ihre eigene Zuzahlung zur ambulanten Vorsorgeleistung beträgt 10 €.